film.eu - Der Club der toten Dichter - Fluch der Karibik - Family Man - Herr der Ringe - Schindlers Liste - Taxi Driver - Uhrwerk Orange - Einer flog über das Kuckucksnest - Wie ein wilder Stier - Das Schweigen der Lämmer - Psycho - Gattaca - Sieben - Findet Nemo - Dead Man Walking - Platoon - Das letzte Einhorn - Full Metal Jacket - KontaktDer Club der toten DichterDer Film Der Club der toten Dichter basiert auf dem englischsprachigen Roman „Dead Poets Society“ von N.H. Kleinbaum (1989). In dem Film geht es um den Ausbruch aus einem fremdbestimmten Leben, aus einem Leben, welches von Pflichten und Zwängen beherrscht wird. Alles beginnt in einem sehr konservativen College in England. Die Schüler des Elite- Colleges leben dort wie auf einem Internat, schlafen in Mehrbettzimmern, essen und lernen gemeinsam. Die meisten der dortigen Schüler kommen aus sehr gutem Hause. Dementsprechend setzen die elitären Eltern hohe Ansprüche an deren Sprösslinge und erwarten, dass der vorgeplante und vorgegebene Lebensweg eingehalten wird. Die Schüler sollen im College auf ihre spätere gehobene gesellschaftliche Rolle als Akademiker vorbereitet werden. Daher stehen die Leitbilder der Tradition, Ehre, Disziplin und Leistung im Vordergrund. Die Atmosphäre am College strahlt aber keinerlei Freude am Lernen und am Fortschritt aus, sondern ist sehr verstaubt, verknöchert und geprägt von autoritärer Strenge im Unterricht. Von den Schülern werden Gehorsam und Fleiß verlangt. Es bleibt kein Raum für kritische Gedanken, Kreativität oder neue Ideen. Herangezogen werden blinde Fachidioten, die nur das widerspruchslos Lernen, was die Autorität ihnen vorsetzt. Der Stoff wird unreflektiert nachgekaut und lustlos reingepaukt. Als ein neuer Englischlehrer eingestellt wird, tritt die Wendung des Filmes ein. Der neue Lehrer Keating, gespielt von Robin Williams, versteht es mit unorthodoxen Lehrmethoden die verstaubte Ordnung am College durcheinanderzubringen. Seine Intention ist, dass die Schüler auch selbst denken und nicht alle kritikfrei hinnehmen sollen. Bereits in der ersten Unterrichtsstunde lässt er seine Schüler Seiten aus einem Lehrbuch herausreißen. Seiner Meinung sind diese Seiten des Buches Mist, obwohl das Lehrbuch das Standardwerk der Poesie-Theorie darstellt. Für die Schüler ist es ein großer Schock, Seiten aus ihren Bücher herausreißen zu müssen. Am Ende der Szene betätigen sich allerdings alle Schüler mit großer Leidenschaft am Herausreißen der Seiten. Dadurch wird der erste kleine Schritt der Befreiung aus einem nicht selbstbestimmten Leben vermittelt. Die festen und eingebrannten Vorstellungen brechen allmählich auf und öffnen den Geist der Schüler. In einer anderen Szene werden die Schüler vor Fotos von ehemaligen Schülern, die bereits verstorben sind, versammelt. Hiermit soll vermittelt werden, dass diese Schüler zwar sehr erfolgreich waren, Auszeichnungen hatten und sich an die Regeln gehalten haben, aber letztendlich gestorben sind. Es geht darum, dass jeder irgendwann sterben muss und es sich im kurzen Erdendasein nicht lohnt ein Leben in Fesseln und mit unsinnigen Leitbildern zu führen. Der Lehrer flüstert seinen Schülern ins Ohr: „Carpe diem“, was soviel heißt, wie Nutze den Tag. Er vermittelt den Schülern, dass sie ihr Leben nicht ungenutzt und verschwendet verstreichen lassen, sondern ihr Leben außergewöhnlich Leben sollen. Literatur: 1. Schnabel, Norbert: Wenn Gott ins Kino geht, 50 Filme, die man kennen muss, Wuppertal, 2004.Copyright (C) 2007 I.P.C. All rights reserved. |